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Evaluation der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung in Nordrhein

APVEL

„Zur hausärztlichen Tätigkeit gehört die Palliativmedizin einfach dazu.“
(Zitat aus der Fokusgruppendiskussion, P06)

Am 31.5.2019 endete das Projekt „Evaluation der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung in Nordrhein“ (APVEL).
Es handelte sich dabei um ein durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss gefördertes Projekt mit einer 2-jährigen
Laufzeit (Förderkennzeichen: 01VSF16007).

Das am IMVR verortete Arbeitspaket der Studie befasste sich mit der Perspektive ambulant tätiger Hausärzte und Onkologen auf die ambulante Palliativversorgung. Der Fokus lag dabei auf der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV), einer Versorgungsform für besonders stark betroffene Palliativpatienten, die zu Hause versorgt werden. Es wurden Experteninterviews, eine Fokusgruppendiskussion und eine postalische Vollbefragung aller niedergelassenen und angestellten Hausärzte und Onkologen in den Städten Köln, Bonn und Aachen sowie dem Kreis Aachen, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Rhein-Erft-Kreis durchgeführt (N=2.199).

 

Aus der Ärztebefragung können folgende Key Messages abgeleitet werden:

Palliative Versorgungsstrukturen:

  • Die befragten Ärzte geben insgesamt eine hohe Zufriedenheit mit den palliativen Versorgungsstrukturen an.
  • Die Abgrenzung der palliativen Versorgungsformen fällt den Hausärzten und Onkologen allerdings schwer.

SAPV:

  • Die SAPV wird von den Befragten überwiegend positiv bewertet (bezogen auf die Versorgungsform allgemein, den Behandlungsablauf und die Behandlungsqualität).
  • Teilweise wünschen sich die Ärzte einen stärkeren Einbezug in die SAPV.
  • Die SAPV-Verordnung erfolgt überwiegend aufgrund komplexer Schmerzsymptomatik.
  • Je mehr Berufserfahrungen ein Arzt hat, desto weniger SAPV-Verordnungen werden ausgestellt.
  • Je positiver das SAPV-Team wahrgenommen wird, desto mehr Überweisungen in die SAPV werden ausgestellt.
  • Je mehr palliative Leistungen ein Hausarzt / Onkologe selbst abrechnen kann, desto weniger erfolgt eine Überweisung in die SAPV.
  • In den Großstädten verordnen Ärzte eher SAPV als in Landgemeinden.
     

Neben der Ärztebefragung wurde auch die Auswertung von Routinedaten der AOK Rheinland / Hamburg und die Wahrnehmung der Patienten in der Palliativenversorgung im ambulanten Setting erforscht.

Die Konsortialführung lag bei Prof. Dr. Roman Rolke (Klinik für Palliativmedizin, Uniklinik RWTH Aachen). Das Konsortium bestand aus Prof. Dr. Holger Pfaff und Dr. Nadine Scholten (Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft der Universität zu Köln (IMVR)), Prof. Dr. Raymond Voltz (Klinik für Palliativmedizin, Uniklinik Köln), Prof. Dr. Lukas Radbruch (Klinik für Palliativmedizin, Uniklinik Bonn),  Prof. Dr. Martin Hellmich (Abteilung Medizinische Statistik und Epidemiologie, Institut für Medizinische Statistik und Bioinformatik, Universität zu Köln),  Ingo Meyer (pmv forschungsgruppe, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universität zu Köln) und Prof. Dr. Christian Rietz (Fakultät für Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Institut für Erziehungswissenschaft, PH Heidelberg).

Hier finden Sie die Zusammenfassung der Studienergebnisse von APVEL