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Aktuelles Forschungsprojekt des Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR): Belegarztwesen im sektorenübergreifenden Wettbewerb

Versorgungsspektrum, Interdependenzen und Versorgungsunterschiede

Das Foto zeigt einen Arzt und eine Ärztin, die einen operativen Eingriff vornehmen.

Durch seinen sektorenübergreifenden Versorgungscharakter ist das Belegarztwesen ein schon lange existierendes Versorgungmodell, welches zur Lösung der Schnittstellenproblematik im deutschen Gesundheitswesen beitragen kann. Der Belegarzt ist ein Vertragsarzt, der am Krankenhaus tätig, jedoch nicht angestellt ist. Er nutzt die Infrastruktur des Krankenhauses, um seine Patientinnen und Patienten voll- oder teilstationär zu behandeln. Somit kann er seine ambulanten Patienten bei operativen Bedarfen selbst aus einer Hand versorgen. Die durch den sektorenübergreifenden Charakter geschaffene Flexibilität eignet das Belegarztwesen besonders für den Einsatz in strukturschwachen Gebieten. Die Versorgungsform hat damit gegenwärtig und zukünftig große Relevanz und Potential zur Sicherstellung der stationären Versorgung.

Trotz der Vorteile dieses Versorgungsmodelles bestehen insbesondere seitens der stationären Versorger wenige Anreize für den Erhalt belegärztlicher Abteilungen. Dies wird insbesondere durch die abnehmende Fallzahl an Belegabteilungen sowie Belegärzten deutlich. Das Projekt, welches am Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) angesiedelt ist, untersucht die Rolle der Belegabteilungen in deutschen Akutkrankenhäusern.

Neben der Beschreibung von Leistungsunterschieden zwischen Beleg-, Haupt- und gemischten Abteilungen sollen die Öffnungen und Schließungen von Belegabteilungen dargestellt sowie deren Determinanten identifiziert werden. Auf regionaler Ebene soll die Bedeutung der Belegabteilungen für die stationäre Versorgung herausgestellt werden. Das Projekt betrachtet das Belegarztwesen somit zum einen aus organisationstheoretischer Ebene (Meso) wie auch die gesellschaftliche Relevanz dieser Versorgungsform über regionale Analysen (Makro).

Wissenschaftliche Leitung des Projekts: Dr. Nadine Scholten
Operative Projektleitung: Anna Volkert
Projektlaufzeit: 10/2018 - 11/2019
Projektförderung: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung der Bundesrepublik Deutschland (ZI)

 

Informationen zu weiteren Projekten des Lehrstuhls finden sie hier.